Biotonne ist praktizierter Klimaschutz

München, 17. Februar 2020 – Der Verband der Bayerischen Entsorgungsunter-nehmen (VBS) sieht die vor kurzem veröffentlichte erste Bilanz der Einführung der Biotonne im Landkreis Berchtesgadener Land als Bestätigung seiner Forde-rung, eine Biotonne für jeden bayerischen Haushalt anzubieten.

Im April 2019 wurden mit der Einführung der Biotonne erstmals die Bioabfälle im Landkreis Berchtesgadener Land getrennt erfasst. Die nun veröffentlichte Bilanz erbrachte beeindruckende Zahlen: Aus den Bioabfällen (Erfassung über die Biotonne) wurden circa 625.000 kWh Strom erzeugt, das entspricht einem jährlichen Strombedarf von ungefähr 110 Vier-Personen-Haushalten. Darüber hinaus wurden noch circa 750.000 kWh Wärme produziert, die zu 50 Prozent für die Beheizung von Produktion, Büro, Werkstatt und Häusern sinnvoll genutzt wurde und somit circa 37.500 l Heizöl einge-spart werden konnten. Neben Strom und Wärme wurden im zweiten Schritt nach Durchlaufen der Biogasanlage ca. 1.800 t Kompost erzeugt. Durch diesen Schritt konnten ca. 1.200 m³ Torf eingespart werden. Dies entspricht einer jährlichen, nicht abgebauten Torffläche von ungefähr vier Hektar.


Die mittelständisch geprägten bayerischen privaten Entsorgungsunternehmen sehen diese beeindruckenden Zahlen als Bestätigung ihres Einsatzes für die flächendeckende Biotonne. VBS-Geschäftsführer Rüdiger Weiß: „Abfälle getrennt zu erfassen ist die Voraussetzung für hochwertiges Recycling. Gerade Bioabfälle lassen sich besonders gut verwerten.“ Doch ausgerechnet hierbei stellen sich einige Kommunen und Landkreise in Bayern immer noch quer. Die seit Januar 2015 bestehende Verpflichtung, Bioabfälle getrennt zu erfassen, wird oft nicht konsequent umgesetzt bzw. gezielt umgangen.


Wenn beispielsweise verlangt wird, dass die Bürger ihren Bioabfall zu zentralen Sammelpunkten
bringen, dann ist das nichts anderes als der Versuch die geltende Gesetzeslage
zu umgehen. Kein Mensch fährt seinen Biomüll zum Wertstoffhof! Daher landet
er viel zu häufig in den kommunalen Verbrennungsanlagen. Wir appellieren deshalb an
die Verantwortlichen, das Kreislaufwirtschaftsgesetz im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes
endlich ernst zu nehmen und jedem Bürger in Bayern direkten Zugang zu
einer Biotonne zu ermöglichen
“, so der VBS-Geschäftsführer.


Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein und Hessen werden jeweils über 90 kg je Einwohner
und Jahr über die Biotonne erfasst, während dieser Wert in Bayern nur bei 56
kg liegt. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die nahezu flächendeckende Einführung der
Biotonne in diesen beiden Bundesländern.

[Quelle: Pressemitteilung des VBS v. 17.02.2020]