Kreis senkt Müllgebühren drastisch

Jahres-Grundgebühr ab Januar bei 63 Euro – Firma Seger löst Veolia ab Erfreuliche Nachrichten für die Bürger zwischen Oberlauringen und Oberschwarzach:.

 

 

Jahres-Grundgebühr ab Januar bei 63 Euro – Firma Seger löst Veolia ab

Erfreuliche Nachrichten für die Bürger zwischen Oberlauringen und Oberschwarzach: Sie müssen ab dem kommenden Jahr durchschnittlich 15 Prozent weniger für die Abfallbeseitigung zahlen. Der Landkreis Schweinfurt senkt die Grundgebühr für eine haushaltsübliche 120-Liter-Restmülltonne von 82,80 Euro auf 63,60 Euro pro Jahr.



Wieviel jeder Haushalt tatsächlich einspart ist unterschiedlich: Bekanntlich wird der Abfall bei der Abfuhr gewogen und individuell berechnet. Diese so genannten Leistungsgebühren bleiben unverändert. Sie betragen 20 Cent pro Leerung, 14 Cent pro Kilogramm Restmüll und sieben Cent für das Kilo Biomüll. Ein durchschnittlicher Haushalt, so rechnete der Chef der Abfallwirtschaft, Thomas Fackelmann, am Mittwoch dem Umweltausschuss des Kreistages vor, zahlt demnach 109 Euro, heute sind es 128 Euro. De facto beträgt die Senkung der Grundgebühr 23 Prozent; berücksichtigt man das Müllaufkommen errechnet sich die durchschnittliche Ersparnis von 15 Prozent.

Fackelmann führt die neuerliche Senkung auf zwei Faktoren zurück. Ab dem kommenden Jahr wechselt die Abfuhr vom Unternehmen Veolia zur Firma Seger aus Münnerstadt (Lkr. Bad Kissingen), die bereits heute in einigen Kreisgemeinden als Veolia-Subunternehmer tätig ist. Die Konditionen seien ab 2010 günstiger als heute. „Diese Ersparnis soll an die Bürger weitergegeben werden“, sagte Fackelmann. Ein weiterer Punkt sei der hohe Auslastungsgrad der Biomüll-Vergärungsanlage, nachdem der Landkreis Bad Kissingen ab Januar seinen Bioabfall zur Rothmühle liefert. Wie Landrat Harald Leitherer sagte, gebe es einen weiteren Interessenten.

Mit der neuerlichen Gebührensenkung gehört das Schweinfurter Land laut Fackelmanns Statistik zu den unterfränkischen Kreisen mit den niedrigsten Sätzen. Auch bayernweit liege man im unteren Bereich. Zum Vergleich: Die sechs angrenzenden Landkreise verlangen zwischen 112 (Haßberge) und 159 Euro (Main-Spessart und Würzburg). Insofern gab es durchweg Lob von allen Fraktionen. Die Sprecher wiesen erneut auf den Erfolg der im Jahr 2000 eingeführten gewichtsabhängigen Abrechnung hin; damals lagen die Gebühren für einen gewöhnlichen Haushalt bei 175 Euro.

 

Keine Windelsubvention

Wieso nicht mehr als vier Landkreise in Bayern auf dieses System umgestellt haben, wunderte sich daher Hermann Ruß (CSU). „Die wollen sich den Trouble ersparen“, sagte Landrat Leitherer in Erinnerung an die großen Auseinandersetzung im Schweinfurter Kreis um die Einführung des Verwiegesystems vor fast zehn Jahren.

Eine Absage erteilte er allerdings dem Vorstoß von Walter Weinig (CSU), der sich über die Gebühr von 1,50 Euro für einen zusätzlichen Windelsack wunderte. Dies könne man angesichts eines Überschusses der Abfallwirtschaft von 622 000 Euro doch ändern. Leitherer argumentierte, dass mit einer Subventionierung von Familien mit Kleinkindern die gesamte Satzung gefährdet würde. Dies wolle man nicht riskieren. Wie Fackelmann sagte, habe man den Windelsack ohnehin nicht mit einer Grundgebühr belegt, sondern die 1,50 Euro deckten das Gewicht des Windelabfalls ab.

Nach der neuen Kalkulation, die bis Jahresende 2013 Bestand hat, gibt der Landkreis Schweinfurt pro Jahr 3,75 Millionen Euro jährlich für die Müllbeseitigung aus, wobei Rest- und Biomüll nur den zweitgrößten Posten ausmachen. Mit 900 000 Euro schlagen Sammlungen von Altreifen, Problemmüll, Elektrogeräte, Grüngutverwertung und Häckselaktionen am meisten zu Buche.

Bei der Deckung der Kosten kann Fackelmann aus 622 000 Euro Überschuss aus der Leistungsgebühr zurückgreifen. Die größten Erlöse erzielt der Kreis aus dem Dualen System (Gelber Sack) mit 212 000 Euro und aus der Papierverwertung mit fast     150 000 Euro.